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Gemeinde Albershausen (Druckversion)

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Gemeindeländerwald wird zum Waldrefugium!

In der Sitzung des Gemeinderats vom 28. November 2014 hat sich das Gremium dazu entschlossen, im Gemeindeländerwald ein sogenanntes Waldrefugium einzurichten. Das bedeutet, dass künftig der Wald auf einer Fläche von ca. 14 Hektar sich weitestgehend selbst überlassen bleibt. Damit hat die Gemeinde Albershausen neue Maßstäbe im Landkreis Göppingen gesetzt.
 
Das Waldrefugium ist einerseits notwendig als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme für das neu zu erstellende Gewerbe- und Wohngebiet, da hier Flächen versiegelt werden. Allerdings hätte der Umfang der Kompensation auch kleiner ausfallen können. Das Gremium sprach sich dennoch für den großen Wurf aus, da das Waldgebiet neben dem Ausgleich auch ein überaus wichtiger Lebensraum für verschiedenste Tierarten ist, den die Gemeinde Albershausen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte unberührt lassen möchte.
 
Für das Waldrefugium sind vorbereitende Maßnahmen wie Holzeinschlag und Sicherungsmaßnahmen am Waldrand notwendig, die ab sofort durchgeführt werden. Als eine der letzten Maßnahmen wird im Jahr 2016 noch der Waldweg um ca. 60 Meter Richtung Bünzwangen verlegt. Wir werden Sie über die weiteren Maßnahmen auf dem Laufenden halten.

Lageplan inkl. geändertem Fußweg Richtung Norden hin
Lageplan inkl. geändertem Fußweg Richtung Norden hin

Mit dem Beschluss des Gemeinderates werden die Abteilungen 2 und 3, das ist der Bereich westlich des Kirchenweges, zum Waldrefugium.
Der östliche Teil des Waldes Richtung Kreisstraße hin, bleibt von der Umwandlung außen vor.
Dieser Status ist mit einem Bannwald vergleichbar, die Bewirtschaftung ruht in diesem Bereich. Hirschkäfer, Pirol und Co. können in den nächsten Jahrzehnten ungestört ihren Lebensraum nutzen.
Dies ist eine Ausnahmestellung des Gemeindewaldes unter den waldbesitzenden Gemeinden im Landkreis – setzt doch Albershausen damit ganz neue Maßstäbe im Umgang mit ökologisch hochwertigen naturnahen Laubwäldern.
Damit ist der Gemeinderat auf der Suche nach Ausgleichsflächen für neue Erschließungs- und Baumaßnahmen dem Vorschlag des Forstamtes gefolgt und der hohen Wertigkeit des Waldes Rechnung getragen. Im Landkreis gibt es nur wenige Wälder mit dieser hohen ökologischen Wertigkeit.
Um das Konzept des Waldrefugiums der Bevölkerung vor Ort zu erläutern, findet im Frühjahr ein Waldbegang mit dem Förster statt. Infos erhalten Sie rechtzeitig über das Mitteilungsblatt.

Altholz
Altholz
Habitatbaum
Habitatbaum

Vorbereitende Maßnahme notwendig
 
Um diesem Status auch langfristig gerecht zu werden, müssen einige Vorleistungen erfüllt werden. Neben prachtvollen alten Buchen wird der Wald von alten Eichen dominiert, diese sind aber in der Gefahr, von den jüngeren Buchen überwachsen zu werden und damit abzusterben. Um dies zu verhindern, soll eine sogenannte Vorratspflege durchgeführt werden, dabei wird speziell auf diese Dinge geachtet. Wertvolle Habitatbäume, Lebensraum z.B.  für viele Vogelarten, Insekten und Pilze, bleiben ebenso wie die schönen alten und dicken Bäume erhalten. Damit ist zumindest für die nächsten Jahrzehnte ein Fortbestand der Eichen gesichert.
Ein weiterer schwieriger Punkt in ortsnaher Lage ist das seit längerem vorherrschende Thema der Verkehrssicherung entlang der Gemeindeländerstraße und der Tennisplätze. Dort gilt es jetzt für langjährige Sicherheit zu sorgen, bergen doch die alten Bäume unmittelbar an den Häusern für einige Gefahren.
Hier kommt der Gemeinde das bereits seit über 10 Jahren andauernde Projekt „Waldrand Gemeindeländer“ zu Gute, die bislang erreichte Struktur des Waldrandes bietet eine gute Basis.

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Sohlhauweg und Kirchenweg zeitweise gesperrt
 
Seit Mittwoch hat im Gemeindewald daher der Einschlag des Laubholzes in den Gemeindeländern begonnen.
Dazu müssen wie in den vergangenen Jahren während der Hiebssaison Wege zeitweise gesperrt werden um die Gefahr für Waldbesucher auszuschließen.
Das Forstamt bittet um Beachtung der zeitweisen Sperrungen von Kirchenweg/Sohlhauweg und um entsprechendes Verständnis.
Die Dauer des Holzeinschlages wird ca. 2 – 3 Wochen andauern, sollte der Winter weiterhin ausbleiben wird das Anrücken des Holzes an die Wege allerdings erst bei Trockenheit erfolgen können.

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